Liebe, Prostitution

Meine Freundin möchte anschaffen gehen – ich habe Angst um Sie!

Sven und seine Freundin führen eine Beziehung, in der sie auf der sexuellen Ebene viel austesten. Nun möchte seine Freundin anschaffen gehen, da sie auf den Kick steht. Er hingegen macht sich Sorgen um Ihre Sicherheit.

Anschaffen zu gehen ist für viele Frauen ein Weg, Geld zu verdienen.

Hallo Max,

meine Freundin möchte sich prostituieren und ich weiß einfach nicht, ob ich das gut finde oder nicht, denn ich habe große Angst um sie. Wir sind seit über vier Jahren zusammen und haben in dieser Zeit ein sagen wir mal “recht experimentierfreudiges” Sexleben entwickelt.

Es gibt eigentlich fast nichts, was wir noch nicht gemacht haben. Da wir beide einen großen sexuellen Hunger haben, scheint es mir oft so, dass sich bei uns wirklich die richtigen zwei gefunden haben. Meine Freundin bezeichnet sich sogar selbst auch als Nymphomanin.

In unserer Beziehung war uns Treue immer das wichtigste. Aber nicht diese Treue, die andere Leute darunter verstehen, sondern Treue vom Herzen her. Es war und ist uns egal, ob einer von uns beiden auch mit anderen Männern oder Frauen schläft. Wichtig ist, dass wir uns gegenseitig lieben, und das tun wir.

Die Freundin gewinnt Lust am Sex mit fremden Männern und will anschaffen gehen.

Das Problem ist, dass meine Freundin eigentlich schon immer diese Phantasie hatte, gegen Geld mit anderen Männern zu schlafen. Über entsprechende Annoncen haben wir auch schon ein, zweimal Männer gefunden, die bereit dazu waren, wo ich aber auch beim Sex zuschauen durfte.

Wenn ein Partner anschaffen geht, ist das für den anderen Partner häufig nicht einfach.
Für manche Menschen gehört Sex außerhalb der Beziehung zu einer funktionierenden Beziehung dazu.

Für mich war das jetzt mal nicht sooo wahnsinnig toll, aber meine Freundin ist irgendwie auf den Geschmack gekommen. Sie sagt, dass sie sich beim bezahlten Sex so richtig gehen lassen kann und einen extra Kick spürt, den sie sonst beim normalen Sex nicht spürt. Jetzt will sie auch auf den Strich gehen, nicht täglich, aber so ein, zweimal die Woche. Für mich ist das okay, weil ich ihr vertraue.

Was mir Sorge macht, ist, dass es einfach sehr gefährlich ist. Was man so liest und so, da will man wirklich nicht seine Freundin mit wildfremden Männern alleine lassen. Sie hat selber auch ein bisschen Angst, aber bei ihr ist die Lust darauf größer.

Ich will auf keinen Fall, dass ihr etwas passiert, will ihr aber auch nicht die Freude am bezahlten Sex nehmen. Hattest Du schon mal einen ähnlichen Fall oder kannst mir irgendeinen anderen Rat geben?

Sven

Lieber Sven,

vielen Dank für Deine Nachricht.

Ihr geht einen ungewöhnlichen Weg in Eurer Beziehung – einen Weg, der mit einer Reihe von Risiken verbunden ist. Damit meine ich nicht nur die körperliche Gefahr, die für Sexarbeiter immer mitspielt, sondern auch das Risiko für Eure Beziehung.

Denn ich kann mir vorstellen, dass die Tatsache, dass Deine Freundin Freier empfängt auch Auswirkungen auf Eure Beziehung haben könnte. Bei solchen Vorhaben ist es also sehr wichtig, dass Paare viel miteinander kommunizieren – und das scheint Ihr zu tun. Sehr gut!

Klar ist: Wer anschaffen geht, begibt sich auch in Gefahr.


Nun ist die Prostitution natürlich mit dem Ruf der Gefahr belastet. Und deswegen finde ich Deine Angst um Deine Freundin auch vollkommen gerechtfertigt. Auf der anderen Seite muss aber eben auch sagen, dass Prostitution nicht gleich Prostitution ist. Es gibt eine Menge verschiedener Möglichkeiten, seinen Körper zu verkaufen.

Wer anschaffen geht, sollte die Gefahren nicht vergessen.
Prostitution ist für viele reizvoll – aber auch gefährlich.

Ich muss aber gleich sagen, dass ich auf dem Gebiet kein Spezialist bin und hier nur meine Gedanken schildern kann – das ist keine Expertenmeinung! Meines Erachtens nach gibt es auf der einen Seite die Option, bei der Deine Freundin alleine arbeiten geht. Das wäre dann wahrscheinlich der Straßenstrich oder aber auch die Arbeit als Callgirl mit Hausbesuchen.

Oder aber sie entscheidet sich dazu, in Gesellschaft von anderen Frauen zu arbeiten, wo mir spontan ein Bordell einfällt. Auf den ersten Blick scheint mir die Arbeit im Bordell unter dem Sicherheitsaspekt am sichersten – denn es gibt andere Frauen in den Nachbarzimmern, die einschreiten können, falls etwas passiert.

Die gute Nachricht: Es gibt professionelle Vereine, die fachkundig beraten!


Bei Google habe ich zwei Vereine gefunden, die Dir bzw. Euch vielleicht bei dem Plan Deiner Freundin besser weiterhelfen können als ich. Das ist einmal Doña Carmen, ein Verein für soziale und politische Rechte von Prostituierten. Und ein Verein namens Hydra, der Prostituierte berät. Am besten kontaktiert ihr die Vereine einmal und fragt direkt dort nach den vielfältigen Möglichkeiten der Prostitution und vor allem, wie sich Prostituierte schützen können (Pfefferspray, etc.).

Empfehlung:
Hilfe – ich kann keine Nähe zulassen!


Trotz allem solltet Ihr Euch aber bewusst sein, dass sich Deine Freundin in ein Feld begibt, das auch bei allen Vorsichtsmaßnahmen kein gewöhnliches ist. Es gibt jedoch Möglichkeiten, mit denen Du Dir nicht so viel Sorge um Ihre Sicherheit machen müsstest. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, dass sie nur tagsüber anschaffen geht. Oder aber, dass Sie Dir alle 60 Minuten eine SMS schickt – so weißt Du Bescheid, dass etwas passiert ist und sie möglicherweise Hilfe braucht, wenn keine SMS kommt.

Wichtig: In kleinen Schritten mit der Prostitution anfangen, um sich an die Situation zu gewöhnen.


Da es ja nur um den Kick und nicht um das Geldverdienen geht, könnt Ihr Euch vielleicht auch auf einen Kompromiss einigen: Dass sie nur einen oder zwei Kunden pro Woche hat – zumindest zu Anfang. Das würde Euch beiden die Möglichkeit geben, die Situation und die damit verbundenen Gefahren besser einschätzen zu können und Euch daran zu gewöhnen.

Empfehlung:
Verliebt in den Falschen: den Freund von meiner besten Freundin.


Auch wenn Du sagst, dass das Vorhaben Deiner Freundin für Dich erst einmal okay ist, muss sich natürlich zeigen, ob es das für Dich wirklich ist. Denn ich glaube der Unterschied, nur darüber zu reden, dass Deine Freundin anschaffen geht, und es dann wirklich zu tun ist groß. Und ich rate Dir: Solltest Du merken, dass Du Dich mit der ganzen Situation doch nicht so wohlfühlst, wie Du dachtest, dann sprich es an. Schildere Ihr Deine Bedenken, Deine Sorgen, Deine Eifersucht oder was auch immer, so dass Ihr gemeinsam eine Lösung finden könnt.

Ich hoffe, dass ich Dir ein bisschen weiterhelfen konnte,

Dein Max

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