Beruf, Gesundheit

Burn-Out: Auf der Arbeit überfordert – Was tun?

Seit sich Arianes Chef krank gemeldet hat, übernimmt sie immer mehr Aufgaben von ihm. Wie viele Überstunden sie dabei macht und warum sie jetzt das Gefühl hat, dass es so nicht weitergehen kann, liest Du hier.

Burn-Out fühlt sich an, als ob gar nichts mehr geht.
Burn-Out gibt einem das Gefühl, dass man einfach nicht mehr kann.

Hallo Max,

ich arbeite seit drei Jahren in einem kleinen Unternehmen in der Marketing-Abteilung. Ich hatte mich wirklich drauf gefreut, in diesen Job zu wechseln und im ersten Jahr lief auch alles super. Tolle Kollegen, spannende Arbeit, gute Bezahlung. Doch dann ist mein Chef langzeiterkrankt und bei uns in der Abteilung ist das Chaos ausgebrochen. Und das nun schon seit fast zwei Jahren.

Der Chef ist krank – und das Chaos und die Überstunden beginnen.


Es gibt keine klaren Zuständigkeiten mehr und ich habe mehr und mehr Aufgaben übernommen, von denen ich eigentlich keinen Plan hatte. Das heißt, ich musste mich nicht nur um meine eigentlichen Aufgaben kümmern, für die ich eingestellt wurde. Sondern musste mich auch zusätzlich nebenher in neue Themen einarbeiten, von denen ich davor gar keine Ahnung hatte.

Doch wann sollte ich das machen außer mit Überstunden? Also mache ich seit einer gefühlten Ewigkeit Überstunden manchmal sind es bis zu 10 Stunden in der Woche. Mir geht es schon richtig schlecht, ich habe oft Gliederschmerzen und habe gar keine Lust mehr, meine Freunde zu treffen. Außerdem gibt es immer wieder Stress mit anderen Abteilungen, die behaupten, ich würde meine Arbeit nicht gut machen. Wie denn auch, ich habe ja ganz viele Sachen nie gelernt.

Die Folge der vielen Arbeit: Traurigkeit, Kraftlosigkeit und soziale Vereinsamung.


Mir geht es richtig schlecht, ich habe keine Lust mehr zur Arbeit zu gehen, schlafe zu viel und muss viel weinen. Ich weiß einfach nicht, was ich noch tun soll, weil weniger Arbeiten ist keine Möglichkeit, denn es gibt niemanden, der meine Arbeit dann machen würde. Ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll. Hast Du eine Idee?

Ariane

Hallo Ariane,

vielen Dank für Deine Nachricht. Die Situation, in der Du Dich befindest, hört sich wirklich sehr belastend an. Denn dass Du Dich nach zwei Jahren ständiger Anstrengung mit vielen Überstunden irgendwann erschöpft und verzweifelt fühlst, das ist glaube ich ganz normal. Und ich finde es ganz richtig, dass Du Dir jetzt überlegst, wo Du Hilfe herbekommst – denn so wie die Situation gerade ist, kann es nicht weitergehen.

Traurigkeit, Vereinsamung und Kraftlosigkeit sind Symptome von Burn-Out.


Von dem, was Du berichtest, könnte ich mir vorstellen, dass Du an einem Burn-Out leidest. Und das bedeutet: Ab zum Hausarzt. Denn mit dem kannst Du besprechen, wie es weitergehen soll und Dich gegebenenfalls auch krankschreiben lassen.

Ein Symptom von Burn-Out: Erschöpfung.

Doch von dem, was Du geschrieben hast hört es sich so an, als ob es Dir gar nicht so leichtfallen würde, weniger zu Arbeiten. Vielleicht aus einem Pflichtgefühl dem Arbeitgeber gegenüber? Du könntest natürlich auch versuchen, die Angelegenheit auf der Arbeit zu regeln, also mit einem Vorgesetzten zu sprechen und ihm Deine derzeitige Situation klarzumachen.

Ein Chef muss dafür sorgen, dass die Mitarbeiter sich auf der Arbeit wohl fühlen. Sonst droht Burn-Out.


Denn Dein Vorgesetzter – auch wenn es nur eine Vertretung ist – hat die Pflicht dafür zu sorgen, dass für Dein Wohl gesorgt ist. Vielleicht gibt es aber auch einen Betriebsrat, mit dem Du sprechen kannst? Eine weitere Möglichkeit ist, Dich an eine Gewerkschaft zu wenden. Alle diese Tipps haben ich übrigens ein bisschen ausführlicher in der Antwort auf die Mail von Susanne geschildert, die auf der Arbeit gemobbt wird.

Doch mein Eindruck ist, dass Du JETZT eine Pause brauchst, die nicht warten kann. Und daher wäre mein Rat, so schnell wie möglich die Notbremse zu ziehen und über eine Krankschreibung nachzudenken. Oft haben Betroffene von Burn-Out das Gefühl, ihre Firma damit im Stich zu lassen. Doch ich finde, dass es eher das Gegenteil ist. Die Firma lässt ihre Angestellten im Stich, in dem diese sich überarbeiten. Hier sollte man als Betroffener zuallererst an sich selbst denken. Denn wer nicht gesund ist, kann nur schwer gut arbeiten. Je länger man außerdem mit Burn-Out lebt, desto länger dauert dann auch wieder die Erholungsphase. Auch die Gefahr einer Chronifizierung der Beschwerden besteht. Burn-Out sollte also nicht unterschätzt werden.

Nicht vergessen: Bei Burn-Out gibt es Hilfsangebote.


Ich wünsche Dir alles Gute für Deine nächsten Schritte. Wichtig dabei: Es gibt Hilfsangebot (wie zum Beispiel von Gewerkschaften oder eben Hausärzten mit einer Krankschreibung). Hab kein schlechtes Gewissen, diese in Anspruch zu nehmen und kümmer Dich um Dich selbst.

Alles Gute Dir!
Dein Max

Wichtiger Hinweis: Die auf www.Hallo-Max.de verfügbaren Artikel wurden zu rein informativen Zwecken online gestellt. Sie ersetzen keine medizinische, psychologische oder rechtliche Beratung, Behandlung oder Untersuchung durch einen Fachmann. Beachtet bitte hierzu auch den Haftungsausschluss bei medizinischen Themen, bei psychologischen Themen oder rechtlichen Themen.

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