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Raffalea fragt: Ich treffe mich regelmässig mit fremden Männer zu anonymem Sex auf Autobahnraststätten, soll ich es meinem Freund erzählen?

26. Juli 2011 by Admin

Hallo Max,

mein Name ist Raffaela, ich bin 34 Jahre alt und komme aus Halle.

Ich schreibe Dir, weil mein schlechtes Gewissen meinem Freund gegenüber gerade besonders stark ist, und ich jetzt endlich mal irgendjemandem von meinem „Hobby“ erzählen muss.

Es ist so, dass ich meinen Freund seit ungefähr 3 Jahren regelmässig mit anderen, fremden Männern betrüge. Die lerne ich meistens über das Internet kennen, ist ja auch nicht so schwer, wenn man – so wie ich – eine gute Figur hat und dazu auch noch ganz hübsch ist. Diese Treffen passieren dann oft an Orten, wo sich fremde Menschen im Internet zum Sex haben verabreden. Ich treffe meine „Männer“ an Autobahnraststätten, auf Parkplätzen, oder bei Ihnen zu Hause. Ich weiss, Du wirst jetzt sagen, das sei gefährlich. Aber ich habe immer Pfefferspray dabei, und es ist noch nie etwas passiert.

Auf jeden Fall treffe ich sie eben, um mit ihnen Sex zu haben. Denn diese Vorstellung, das Vorspiel und das ganze Drumherum üben einen enormen Reiz auf mich aus. Ich lebe Phantasien aus, die ich meinem Freund nie auch nur erzählen könnte. So gehen meine Verabredungen oft auch in die etwas härtere Ecke, das heisst der Sex ist wesentlich aggressiver als der mit meinem Freund. Denn mit meinem Freund wäre diese Art von Sex gar nicht möglich. Er liebt mich sehr, aber könnte mir nicht mal zärtlich auf den Hintern hauen bzw. auch mal fester. Er ist vom Typ her eher der Kuschelbär und das brauche ich auch. Auch der Sex mit ihm ist okay, aber halt anders. Weicher. Und dafür brauche ich meinen Ausgleich, und den hole ich mir dann eben über mein „Hobby“.

Es ist nicht so, als ob ich bereue was ich tue. Ich liebe den Kick und kann mir ein Leben ohne das gar nicht mehr vorstellen. Es ist nur so, dass mir mein Freund so sehr leid tut. Ich habe das Gefühl, dass ich ihn belüge und ihm wertvolle Jahre stehle, die er vielleicht mit einer anderen Frau, die ihn besser behandeln würde (bzw. ich nicht belügen würde) verbringen könnte.

In den letzten Wochen wird dieses Schuldgefühl in mir immer präsenter. Und ich weiss nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich mag meinen Freund sehr, er gibt mir Halt im Leben und mit ihm an meiner Seite habe ich so viel erreichen können, von dem ich davor nur geträumt habe. Ich habe zum Beispiel endlich meine Ausbildung beendet, nur mit seiner Hilfe habe ich das durchgehalten. Ausserdem haben wir uns zusammen einen kleinen Hund gekauft, das hatte ich mir schon immer gewünscht.

Ich kann ihn nicht verlassen, dafür brauche ich ihn zu sehr. Und wenn ich ihm die Wahrheit sage, dann verlässt er mich. 100%ig.

Was meinst Du?

Raffaela

Hallo Raffaela,

hm, also nach der Lektüre Deines Beitrags bin ich jetzt schon ein bisschen von Deinem Verhalten enttäuscht. Nicht wegen dem was Du machst, sondern wie Du es machst. Aber jetzt mal der Reihe nach.

Ich finde es im Grunde genommen überhaupt nicht schlimm, dass Du ein so unkonventionelles Sexleben hast. Ganz im Gegenteil, ich finde es sogar ganz toll, dass Du den Mut hast, es auszuleben. Allerdings finde ich, dass Du mit Deinem Mut etwas zu weit gehst.

Denn in erster Linie ist das, was Du machst wirklich gefährlich für Dich. Ich muss Dich wirklich davor warnen, Männer alleine nachts auf Autobahnraststätten zu treffen. Oder aber sie auch zuhause zu besuchen. Dort bist Du der Willkür eines fremden Mannes gnadenlos ausgeliefert. Gerade an einsamen Orten hört Dich keiner, wenn Du mal Hilfe brauchst. Und es liegt nun einmal in der Natur der Sache, dass die meisten Männer über mehr Muskelmasse als Frauen verfügen und Du ihnen daher unterlegen bist. Auch Dein Pfefferspray ist zwar eine richtige Massnahme, um Dich zu schützen, sich aber darauf gänzlich zu verlassen halte ich für grob fahrlässig.

Solltest Du Dein Sexleben so wie es gerade ist weiterführen wollen, empfehle ich Dir dringend, Dir zu Deiner eigenen Sicherheit die eine oder andere Notbremse zu überlegen. Vielleicht hast Du ja eine Freundin, die während deines Abenteuers auf dem Parkplatz im verschlossenen Auto warten kann (natürlich auch nicht ganz ungefährlich)? Oder Du beschränkst Dich zumindest nur noch auf „feste Adressen“. Auch Hotels sind eine Option. Ich weiss, dass es genau dieses „Wilde“, anonyme ist, das Dich fesselt. Aber hier musst Du abwägen, ob das Risiko wirklich den Spass wert ist. Und das galube ich nicht.

So, nun aber zu Deiner Problematik!

Ich finde Dein Verhalten ihm gegenüber nämlich überhaupt nicht gut. Nicht ganz ganz schlimm, aber auch kein bisschen gut. Und ja, ich finde Deine Aussage, dass Du ihm wertvolle Jahre stehlen könntest durchaus gerechtfertigt. Du führst ein Doppelleben, an dem Du ihn nicht teilhaben lässt. Er will sein Leben mit Dir teilen, und auf eine gewisse Art und Weise trittst Du dieses Vertrauen mit Füssen.

Woher weißt Du denn eigentlich, dass Dein Freund nicht auch auf Deine sexuellen Vorlieben eingehen würde. Hast Du ihn denn schon einmal damit konfrontiert? Ich rate Dir, das zu tun. Sag ihm, was Du Dir im Bett vorstellst. Und vielleicht wirst Du ja überrascht sein, dass auch er anders kann. Reden ist in jeder Beziehung, egal ob romantisch, freundschaftlich oder beruflich die Lösung. Und vielleicht ist er ja doch bereit und gewillt, Eurer Liebesleben neu zu definieren bzw. zu entdecken.

Abgesehen davon hört sich Dein Beitrag an manchen Stellen – so sehr ich mir das wünschte – nicht nach Liebe an. Sondern eher danach, dass Du ihn brauchst. Du schreibt nicht einmal, dass Du ihn liebst, sondern nur, wie sehr Du ihn brauchst. Bist Du Dir selber sicher, dass Eure Beziehung noch intakt ist? Denn das scheint mir bei Deinem Beitrag die eigentliche Frage.

Liebe Raffaela, Du scheinst mir in Deiner Vorgehensweise oft sehr entschlossen, und ich habe gar nicht so sehr den Eindruck, dass Du zwingendermassen jemanden brauchst, an den Du Dich anlehnen kannst. Gerade im Bezug auf „Dein Hobby“ wirkst Du auf mich sehr entschlossen und reif.

Also, mein Rat ist es, Deine Beziehung zu überdenken. Und vor allem, mit ihm über Dein „Doppelleben“ zu reden. Denn nur eine Aussprache kann letztendlich eine Lösung bringen. Und sie ist eingentlich immer mein Rat, wenn Menschen Geheimnisse voreinander haben (Siehe zum Beispiel Daniela, die nicht weiss, wie sie mit ihrem zunehmend schwierigen Sohn umgehen soll).

Ich wünsche Dir alles Gute und schicke ein Gebet an Deinen Schutzengel.

Pass auf Dich auf!

Dein Max

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5 Kommentare »

  1. Tom sagt:

    Hi Raffaela,
    Verrückte Welt, die einen suchen es und die anderen tun es ohne dass es der andere weiss.
    Liebe, Herzlichkeit und sogar Zärtlichkeit schliesst ein “versautes” Sexleben und eine offene Beziehung nicht aus, im Gegenteil.
    Viele Menschen haben solche Vorstellungen und einige leben es dann so aus wie Du. Eine unglaublich triste Scheinwelt wenn die meisten das ähnliche wollen und trotzdem im geheimen ausleben.
    Ich weiss, wie schwierig es ist eine Partnerin zu finden für eine offene Beziehung, denn ich bin so ein Typ der es eben liebt, wenn die eigene Freundin mit fremden Männern schläft, je wilder und ausgefallener je besser. Das kommuniziere ich immer von Anfang an und erhalte meist auch entsprechende Reaktionen, oder besser, gar keine Reaktion mehr.
    Trotz dieser Neigung, nein eben WEGEN dem, waren meine Beziehungen immer wunderschön und wirklich mit Liebe geprägt. Anders als die meisten Männer die auf so etwas stehen, schlafe auch ich zwischendurch mit anderen Frauen und leider führte genau das zum Bruch meiner letzten Beziehung. Es funktioniert scheinbar wirklich nur, wenn sich beide Teile eine offene Beziehung nicht nur vorstellen können, sondern eben von Beginn an auch ganz klar bedingungslos erwarten.
    All das was Du jetzt bekommst, nein noch unendlich viel mehr, bekommst Du auch dann, wenn Du Deine Neigung offen auslebst – VERSPROCHEN!
    Liebe Grüsse
    Tom

  2. hans sagt:

    ich weiss nicht was du für ein problem hast .ich lasse meine freundin regelmässig von fremden abficken .mir und ihr gefällt das

    • Massimo sagt:

      hallo hans. finde ich super, was du sagst. wobei es sich anhört, als würdest du alles unter kontrolle haben (wollen) was deine freundin macht. persönlich halte ich nichts vom besitzdenken. jeder ist frei und jeder muss mit sich selber klarkommen, auch wenn der andere mit fremden fickt. das ist liebe.
      lg grüsse, massimo

  3. Henning sagt:

    Find ich ne Schweinerei, dass Du ihm das nicht sagst.

  4. Hannelore sagt:

    Boa, hammerharte Geschichte!

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