Trauer

Hund gestorben – und jetzt kommt die Einsamkeit.

Gerda (74) hat ihren Hund verloren – und vermisst ihn schrecklich. Denn jetzt wo der Hund gestorben ist, fühlt sie sich einsam. Und fragt Max um Rat.

Hund gestorben
Der Verlust eines geliebten Tieres kann die Welt ganz schön grau werden lassen.


Hallo Max!

Seit geraumer Zeit lese ich mit viel Interesse Ihre Beiträge, die mir sehr gut gefallen. Ich finde es toll, wie Sie gute Ratschläge für Menschen jeder Altersklasse parat haben!

Der Hund geht – und die Einsamkeit kommt


Das Anliegen, mit dem ich zu Ihnen komme ist Folgendes: Vor ungefähr zwei Monaten ist mein geliebter Hund Ronny, ein Pudel, mit 14 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Leider komme ich nur sehr schwer über seinen Tod hinweg und einfach nicht zur Ruhe. Die Menschen sagen, es sei „nur“ ein Tier. Aber dieses Tier, mein Ronny, war lange Jahre mein liebstes, mein ein und alles.

Und jetzt wo er nicht mehr da ist fühle ich mich sehr einsam. Mir fehlt er morgens, wenn er schwanzwedelnd in der Tür stand und sein Fressen erwartet hat. Und er fehlt mir abends, wenn er neben mir auf der Couch lag, und sich von mir kraulen ließ. Wir haben uns gegenseitig so viel gegeben, und jetzt ist nichts mehr da, niemand mehr da, mit dem ich diesen Austausch habe.

Hund gestorben und die Einsamkeit kommt
Tiere sind treue Wegbegleiter – oft über viele Jahre.

Nach dem Tod von meinem geliebten Mann vor 12 Jahren war er derjenige, der mir über den Verlust hinweggeholfen hat. Und ja, ich muss sagen, irgendwie wurde er er zu meiner Familie. Denn Kinder hatten wir nie. Jetzt merke ich aber richtig, wie ich mich zunehmend einsamer fühle. Mit meinen 74 Jahren kann ich mir auch nicht vorstellen, mir noch einmal einen jungen Hund ins Haus zu holen. Das wäre zu viel Aufregung für mich.

Wie kann man Trauer überwinden?


Jetzt sind zwar schon 7 Wochen seit Ronny’s Tod vergangen, aber nichts hat sich geändert. Und ich weiß nicht, ob sich diese innere Trauer auch wieder löst. Denn zu der Trauer um Ronny kommt auch die Trauer um meinen Mann wieder hoch. Das alles wühlt mich sehr auf.

Haben Sie einen Ratschlag für mich, wie ich in dieser Situation am besten handeln soll?

Ganz herzliche Grüße,

Ihre Gerda

Liebe Gerda!

Vielen Dank für Deine Nachricht. Zu allererst möchte ich Dir aber das „Du“ anbieten. Ich finde das Internet ist schon anonym genug, da bringt das “Du” wenigstens ein bisschen Nähe mit rein.

Deine Geschichte hat mich sehr gerührt, denn auch ich bin mit einem Hund aufgewachsen, der mir sehr ans Herzen gewachsen war. Nie werde ich das Gefühl vergessen, das ich bei seinem Tod empfunden habe. Noch heute treibt es mir die Tränen in die Augen, wenn ich daran denke.

Wenn der Hund gestorben ist bleibt oft eine Leere zurück


Ich kann also gut verstehen, wie ein Tier einen so wichtigen Teil im Leben einnehmen kann. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass besonders im Alter, wenn der Kontakt zu anderen Menschen weniger wird, Haustiere aller Art eine tolle Gesellschaft sind und auch die Teilnahme am Leben fördern. Immerhin muss sich ja um jemanden gekümmert werden! Es muss Gassi gegangen werden, es müssen Käfige gereinigt werden und Essen vorbereitet werden. Das alles hilft Menschen im Alter dabei, eine gewisse Routine in den Tag zu bringen. Etwas, woran man sich festhalten kann.

Wenn der Hund gestorben ist wird das Leben oft einsam
Ein Haustier ist für viele Menschen eine wichtige Stütze im Alltag.


Und so fällt nicht nur ein geliebtes Lebewesen weg, sondern in gewisser Weise auch eine Art Struktur. Und es gibt unzählige Fälle wie Deinen Fall, in denen Frauchen oder Herrchen mit dem Tod ihres Lieblings einen tiefen Einschnitt in ihrem Leben erfahren müssen.

Und in solchen Fällen ist es wichtig, sich Hilfe zu suchen. Hilfe, damit man in einer solchen Situation Unterstützung bekommt und das Leid vielleicht ein bisschen weniger wird. Und den ersten Schritt hast Du mit Deiner Mail an mich auch schon getan.

Aber was hilft, wenn der Hund gestorben ist?


Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass der Kontakt zu anderen Menschen einem in schwierigen Situationen enorm helfen kann. Das heißt nicht, dass man sein Leid dann unbedingt mit den anderen besprechen muss – schließlich ist jeder Mensch unterschiedlich und manche behalten ihre Gedanken und Gefühle lieber für sich. Aber es kann ungemein helfen, Zeit mit anderen zu verbringen um sich abzulenken. Und vielleicht ein klein bisschen Sonnenschein der anderen Menschen mitaufschnappen, damit Deine Welt auch wieder ein bisschen heller wird. Das, finde ich, ist das beste Rezept gegen Einsamkeit.

Andere Menschen können dabei helfen, über den Tod des Haustiers hinwegzukommen


Solche Menschen kannst Du überall treffen. Am einfachsten wäre es in Deinem Fall aber wohl bei speziellen Veranstaltungen für Senioren, die oft in der Zeitung angekündigt werden. Da gibt es zum Beispiel Bastelabende, Chöre, Spielnachmittage etc. Neben der Zeitung bietet auch oft die örtliche Kirchengemeinde solche Veranstaltungen an. Ich rate Dir, es einfach mal zu versuchen! Wenn Du Dich lieber online mit anderen austauschst, hilft Dir vielleicht aber auch ein Forum für Tierfreunde wie das hier verlinkte, wo Du Deine Sorgen mit anderen teilen kannst. Oder ein schöner Blog wie der hier verlinkte, wo andere Menschen darüber schreiben, wie sie mit dem Verlust des Hundes umgegangen sind.

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen neuen Hund?


Falls der Kontakt zu anderen Menschen für Dich jedoch nicht der richtige Weg ist, Du die Einsamkeit aber weiter als sehr belastend empfindest, gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, sich einen älteren Hund zuzulegen. Solche älteren Hunde warten oft sehnsüchtig in den Tierheimen auf neue Besitzer. So könntest Du die Aufregung mit einem neuen, jungen Hund vermeiden, und Deine Liebe einem Hund schenken, der vielleicht in seinem bisherigen Leben nicht so viel Glück hatte.

Welche Entscheidung Du auch triffst, ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem weiteren Weg in den nächsten Monaten. Lass Dir selber genug Zeit zum Trauern! Errichte vielleicht eine kleine Gedenkstätte mit Foto und Kerze, an die Du Dich jeden Tag für ein paar Minuten setzen kannst. Und irgendwann wirst Du Dich an Erinnerungen festhalten können, ohne dass sie konstanten Schmerz verursachen. Irgendwann werden Erinnerungen auch schön, und können eine Menge Trost spenden. Ich hoffe sehr, dass das bald bei Dir eintritt!

Ich grüße Dich ganz herzlich,

Dein Max.

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